Unser Anliegen

Integration durch Impowerment- Impowerment durch Kunsthandwerk

Von Meisterhand e.V. bildet migrantische und geflüchtete Frauen zu wirtschaftlich unabhänigen, selbstbewussten sowie aktiven Mitgliedern der Gesellschaft aus. Dabei berufem wir uns auf ihre Kompetenzen im Kunsthandwerk. Als Unternehmerinnen auf Augenhöhe bauen wir gemeinsam eine soziale Manufaktur auf.


Integration

„Es macht mich stolz, dass ich mit meiner Arbeit zeige, was ich leisten kann.“

Birsen Kilic

Unsere in Berlin-Neukölln lebenden Familienmütter sind eine stark von Diskriminierung betroffene Gruppe, sei es wegen ihrer Herkunft, ihres Geschlechts, ihres Glaubens, fehlender Bildung oder mangelnder Deutschkenntnisse. Sie kommen u.a. aus der Türkei, Pakistan, Syrien und dem Libanon.

Für diese Frauen möchten wir echte Perspektiven schaffen!
Es geht um Integration, Teilhabe an der Gesellschaft und den (Wieder-)Einstieg ins Erwerbsleben. Wir richten unsere Aufmerksamkeit auf die Kernprobleme: die Qualifizierung für den ersten Arbeitsmarkt, mit Augenmerk auf langfristige Beschäftigungen, die wiederum die Perspektive für unbefristete Aufenthaltserlaubnisse öffnen. Denn nur wer eine Perspektive hat, ist motiviert, sich in unsere Gesellschaft zu integrieren.

Bildung

„Zu Lernen macht mir Spaß, ich bin gerne hier. Zuhause ist es wirklich langweilig“

Shabana Rafique

Von Meisterhand unterstützt türkische, pakistanische und syrische Frauen dabei, in Deutschland Fuß zu fassen. Bei uns lernen wir alle voneinander. Dazu gehört natürlich und vor allem die Handarbeit. Jede Frau bringt ihre individuellen Kenntnisse mit in den Verein. Dadurch entsteht eine reiche Vielfalt an kulturell verschiedenen Handarbeitsstilen und Herangehensweisen.

Doch nicht nur das Traditionshandwerk Häkeln wird hier untereinander und von Generation zu Generation weitergereicht, auch andere Fähigkeiten werden vermittelt.

So gibt es einmal die Woche einen ehrenamtlich geleiteten Deutschkurs. Die ehemalige Deutschlehrerin Ursula Dietz-Funken vermittelt den Teilnehmerinnen spielerisch und mit viel Freude die Grundlagen der deutschen Sprache. Jede einzelne Frau wird dort abgeholt, wo sie gerade steht, und gemeinsam werden die jeweiligen Sprachkenntnissen nach und nach erweitert und verbessert.

Außerdem bietet der Verein einen wöchentlichen Sportkurs an. Dort soll den Teilnehmerinnen vermittelt werden, wie Sport und eine gesunde Ernährung dazu führen können, sich mit sich selbst wohler und aktiver zu fühlen.

Der Verein bietet allen seinen Angeboten und dem Frauenfrühstück nicht nur einen geschützten Raum für interkulturellen Austausch und Begegnung, sondern organisiert im Rahmen öffentlich geförderter Beschäftigung verschiedene Bildungsan- gebote und Workshops. Hier werden sowohl fachliche Kompetenzen im Kunsthandwerk, als auch methodische Kompetenzen vermittelt – die für die Teilhabe am Arbeits- markt unabdingbar sind. Unter Berücksichtigung der persönlichen Fertigkeiten und Kompetenzen wird jede Teilnehmerin individuell an die Aufgaben herangeführt. Das Beratungsangebot rundet unsere Tätigkeit ab: Die Unterstützung bei Behördengängen, Briefwechseln und alltäglichen Herausforderungen ist ein wesentlicher und zeitintensiver Bestandteil der Vereinsarbeit.

Kunsthandwerk

Wir stärken unsere Häkelköniginnen in ihrem Selbstbewusstsein, denn wir berufen uns auf eine besondere Fähigkeit, die vielen unserer Frauen gemein ist: filigrane Handarbeit. Diese hat in den Herkunftsländern der Familienmütter eine lange Tradition. Über den kulturellen und materiellen Wert dieser Expertise an hochkomplexen Häkel- und Knüpftechniken, über Generationen „geerbt“, sind unsere Häkelköniginnen sich oftmals nicht bewusst – in unserem Verein werden diese Fähigkeiten zum Schlüssel für Empowerment und Integration. Durch Auf- tragsarbeiten werden unsere Frauen in ihrer persönlichen und wirtschaftlichen Selbstständigkeit gestärkt.

Unsere Frauen häkeln teilweise schon ihr ganzes Leben lang. In jedem fertigen Schmuckstück arbeitet sie einen Teil ihres Lebens, ihrer Erfahrung und ihrer Kultur mit ein. Der nachfolgende Text von Elena Barnabé beschreibt die Beziehung, die unserer Häklerinnen zu ihrem Handwerk haben.

“ Grandma how do you deal with pain?“

“ With your hands, dear. When you do it with your mind, the pain hardens even more.“

“With your hands, grandma?“

“ Yes, yes. Our hands are the antennas of our soul. When you move them by sewing, cooking, painting, touching the earth or sinking it into the earth, they send signals of caring to the deepest part of you and your soul calms down.
This way she doesn’t have to send pain anymore to show it.

“ Are hands really that important?“

“ Yes my girl. Thinking of babies: they get to know the world thanks to their touches. When you look at the hands of older people, they tell more about their lives than any other part of the body. Everything that is made by hand, so is said, is made with the heart because it really is like this: hands and heart are connected. Masseuses know this: When they touch another person’s body with their hands, they create a deep connection. Thinking of lovers: When their hands touch, they love each other in the most sublime way.“

“ My hands grandma… how long haven’t I used them like that!“

“ Move them my girl, start creating with them and everything in you will move. The pain will not pass away. But it will be the best masterpiece. And it won’t hurt anymore. Because you managed to embroider your essence.“

~ Elena Barnabé